Wunderbare Stadtansichten

Das Fotografieren von Stadtansichten ist nicht nur für Objekt- und Architekturfotografen interessant. Immer häufiger zieht es auch viele Profi- und Amateurfotografen mit ihren Kameras hinaus in die Städte. Es gibt unzählige Motive, die nur darauf warten, eingefangen zu werden. Selbst Bauwerke, die im Laufe der Jahrzehnte bereits unzählige Male abgelichtet worden sind, können neu interpretiert werden. Markante Brücken, alte Gebäude, berühmte Denkmäler – nichts ist tabu.

Häufig ergeben sich aufgrund architektonischer Anpassungen ganz neue Blickwinkel. Manchmal bieten Wetterveränderungen einmalige Gelegenheiten, identische Szenerien ganz neu darzustellen. Eine andere Möglichkeit ist das Ausreizen der technischen Einstellungen, um spezielle Effekte zu erzielen. Ein beliebtes Motiv ist der Verkehrsfluss und die Langzeitbelichtung vorbeifahrender Fahrzeuge. Ein weiteres klassisches Thema, das seit jeher sehr beliebt ist, ist die Nachtfotografie.

Überfüllte Orte, die man bei Tag vielleicht gar nicht bemerken würde, weil man hundert Mal an ihnen vorbeigelaufen ist, können bei Nacht und menschenleer eine meist bizarre Atmosphäre versprühen. Oft sind es Zufälle und Einfälle, die sich einem beim Spazierengehen offenbaren. Nicht selten bieten sich einmalige Chancen für spontane Schnappschüsse, die nie wiederholt werden können. Denn manchmal geschehen Dinge, über die man keine Regie hat. Genau dann muss man die Gelegenheit beim Schopfe packen und abdrücken.

Megatrend Fotogrammetrie

Bei der Fotogrammetrie handelt es sich um ein spezielles Verfahren, bei dem unzählige Einzelfotografien zu 3-D-Modellen zusammengefügt werden. Die Fotos werden dabei mithilfe von Computerprogrammen zu einem Gesamtwerk kombiniert. Die Software analysiert die Bilder und kann diese anhand der eingespeisten Parameter aufeinander abstimmen.

Das Wort Fotogrammetrie beschreibt den Vorgang der „Ausmessung der vorhandenen Fotovorlagen“. Die Technologie basiert auf den Ideen des deutschen Architekten Albrecht Meydenbauer, der bereits 1858 eine Abhandlung über ein von ihm entwickeltes Verfahren veröffentlichte. Er hatte das fotogrammetrische Verfahren für die Gebäudevermassung vorgesehen. Es war sein Ziel, mit dieser Technik architektonische Zeichnungen anzufertigen.

Detailgetreue 3-D-Modelle aller Art

Heute wird die Methode weltweit im großen Stil erfolgreich angewendet. Inzwischen gibt es Fotogrammetrie-Kammern, die es ermöglichen, nicht nur einfache geometrische Objekte, sondern ganze Menschen überaus detailgetreu zu vermessen und anschließend 3-D-Modelle von ihnen zu erstellen. Die Personen müssen dafür im Zentrum der Kammern platziert werden und ähnlich wie bei der herkömmlichen Fotografie für einen Augenblick verharren.

Die Kammern sind mit einer Vielzahl einzelner Kameras ausgestattet. Diese befinden sich in den Wänden der Kammern und sind in symmetrischen Positionen rundherum angebracht. Die Objektive der Kameras sind direkt auf das Zentrum der Kammer gerichtet, damit die Probanden oder Objekte, von denen die Modelle erstellt werden sollen, von allen Seiten abgelichtet werden können.

Wichtig dabei ist, dass bestimmte Punkte von mehreren Kameras gleichzeitig erfasst werden. Denn nur so kann eine exakte Berechnung der Abstände der Koordinaten stattfinden und die Software überzeugende 3-D-Modelle aus den eingespeisten Daten anfertigen. Diese können anschließend aufbereitet und für die Herstellung realistischer 3-D-Modelle genutzt werden.

Die Blaue Stunde

Ein Begriff, den jeder Fotograf kennen sollte, ist die Blaue Stunde. Sie bezeichnet eine bestimmte zeitliche Periode eines jeden Tageszyklus. Während dieser Zeit herrschen sehr spezifische Lichtverhältnisse, die den Motiven eine besondere Aura verliehen. Die Blaue Stunde besteht, nachdem die Sonne soeben untergegangen ist oder kurz bevor sie wieder am Horizont hervortritt.

Das Licht der Blauen Stunde taucht die Umgebung in ein gedämpftes, kühles blaues Licht. Dabei wird der Himmel meist mit einem noch intensiveren Blauton eingefärbt. Im Grunde verstärken sich die beiden Effekte sogar. Eine häufige Begleiterscheinung der Blauen Stunde ist zudem ein kontrastierender, noch hellerer Lichtstreifen nahe des Horizonts. Bei guter Wetterlage hat dieser oft eine warme gelbe und orange bis pfirsichfarbene Tönung.

Diesen natürlichen Effekt kann man sich als Fotograf hervorragend zunutze machen. Er eignet sich beispielsweise ideal für Landschaftsaufnahmen aller Art. Regionen und Orten, die bei Tag eigentlich recht gewöhnlich aussehen, kann man in der Zeit der Blauen Stunde ohne weiteres Zutun einen subtilen Charme verleihen. Auf die Weise lassen sich auch sehr eindrucksvolle Aufnahmen von hell-erleuchteten Stadtszenarien erzeugen. Natürlich wirken auch Porträts, die in der Blauen Stunde fotografiert werden, um einiges schöner.

Der häufigste Fehler junger Fotografen: Übertreibung

Fotografie ist zwar keine Raketentechnologie. Aber als kinderleicht kann man sie auch nicht bezeichnen. Tatsächlich sind sogar die wenigsten Profis davor gefeit, dass ihnen hin und wieder kleine Fehler unterlaufen. Vermutlich hängt das damit zusammen, dass es für viele bei der ernsthaften Fotografie um mehr geht als das reine Drücken des Auslösers im richtigen Moment. Und viele setzen sich auch selbst unter Druck, weil sie versuchen, auf Teufel komm raus Originalität zu erzeugen.

Dies geschieht dank der Möglichkeiten der heutigen Technologie leider fast regelmäßig. Viele haben es sich zu eigen gemacht, sämtliche ihrer Fotos in der Nachbearbeitung in Photoshop und anderen Überarbeitungsprogrammen einer Schönheitskur zu unterziehen. Das Resultat sind Fotos, die nur so vor Effekten strotzen und eigentlich nur noch leicht an die Szenen erinnern, in denen sie aufgenommen wurden. Man kann jedem Fotografen nur wärmstens empfehlen, seine Korrekturen auf rein technische Aspekte zu beschränken, weil sie sonst Gefahr laufen, künstlich zu wirken.

Dies kann besonders fatal wirken, wenn es sich bei den Fotografien um Porträts handelt. Denn häufig erkennen sich die abgelichteten Personen nach der Retusche selbst kaum wieder. Natürlich sind Effekte legitime Mittel der Kreativität. Aber wenn die verwendeten Effekte sich auch den durchschnittlichen Betrachtern nicht erschließen, sind sie wahrscheinlich übertrieben. Daher gilt: Weniger ist mehr.

Die Bereiche der Fotografie

Die Fotografie ist ein unglaublich weites Feld und lässt sich in eine Vielzahl verschiedener Unterbereiche einteilen. Und natürlich ist man als Hobbyfotograf nicht unbedingt dazu gezwungen, sich auf einen der gängigen Bereiche festzulegen. Schließlich ist es sogar bei den Profi-Fotografen nicht unüblich, sich in mehreren der Genres zu betätigen.

Allgemein empfiehlt es sich, sich zu zunächst zu orientieren und auf einige der unzähligen Felder zu konzentrieren. Denn wie bei vielen anderen kreativen Tätigkeiten wird einem die Fotografie auf lange Sicht am meisten Freude bringen, wenn man sich in seiner Nische zu Hause fühlt und in ihr aufgehen kann. Dies sind die wesentlichen Hauptbereiche der Fotografie:

Porträtfotografie

Sie gilt als eine der anspruchsvollsten Disziplinen. Die Fotografen müssen sowohl die Technik beherrschen als auch über das nötige Einfühlungsvermögen verfügen. Ein Gefühl für Ästhetik ist genauso wichtig wie die Fähigkeit zu kommunizieren und gewisse Qualifikation im Umgang mit Menschen. Typische Unterbereiche sind die Aktfotografie oder die allgemeine Porträtfotografie, zu der auch die professionelle Bewerbungsfotografie zählt.

Naturfotografie

Neben dem fotografischen Know-how gehören Geduld und Ausdauer zu den wichtigsten Tugenden der Naturfotografen. Ein Naturfotograf sollte sich auch nicht vor den potenziellen Widrigkeiten der natürlichen Umgebungen oder der Witterung scheuen. Viele Motiven dieses Genres sind nur realisierbar, wenn der Fotograf sich den vorherrschenden Bedingungen anpasst. Dieser spannende Bereich wird von der Landschaftsfotografie sowie der Tier- und Wildtierfotogafie dominiert.

Objektfotografie

Man sollte die Arbeit der Objektfotografen nicht unterschätzen. Diese können sich zwar weitestgehend unbeeinflusst von den Unvorhersehbarkeiten und Eigenarten der Menschen, Tiere oder der Natur auf ihre Sache konzentrieren. Aber auch das Ablichten von Arrangements oder dreidimensionalen Gegenständen sowie Räumen stellt häufig eine große Herausforderung dar. Die Arbeitsbereiche der Architekturfotografie, der Immobilienfotografie sowie der Produktfotografie gehören ebenfalls in dieses Feld.

Die Grundeinstellungen der Kamera

Natürlich hat es seit dem Ende des 19. Jahrhunderts im Zuge der Industrialisierung sehr viele technische Verbesserungen gegeben, die das Fotografieren erheblich einfacher machen. Aber die essenziellen Elemente der Fotografie haben sich im Wesentlichen nicht verändert. Die Grundlagen, die jeder Fotograf beherrschen sollte, werden immer noch durch das berühmte Belichtungs-Dreieck gebildet: Blende, Verschlusszeit und ISO.

ISO

Die ISO-Einstellung ist eine Möglichkeit, die Lichtempfindlichkeit der Kamera zu regulieren. Die heute gängige digitale Methode ähnelt der Technik der analogen Fotografie. Schon bei den ersten Kameras entstanden die Abbildung auf den Negativen dadurch, dass die fotosensiblen Substanzen in den Filmmaterialien auf das einfallende Licht reagierten. Bei den digitalen Kameras haben die lichtempfindlichen Sensoren den Platz des Filmmaterials eingenommen.

Die Einstellungen und Parameter sind jedoch gleichgeblieben. Die Wahl der ISO-Zahl spiegelt die Lichtempfindlichkeit wider und sollte zu den vorhandenen Lichtverhältnissen passen. Gängige ISO-Werte liegen etwa im Bereich zwischen 100 und 3200. Die niedrigen Werte eignen sich für gut ausgeleuchteten Situationen und die höheren sind in erster Linie für dunkle Verhältnisse gedacht. Für gewöhnlich weisen Abbildungen mit höheren ISO-Werten eine gröbere Körnigkeit auf.

Blende

Die Wahl der Blende wird in der Regel zusammen mit der Verschlusszeit an den ISO-Wert angepasst. Mit dem Blendenwert wird die auf den Sensor treffende Lichtmenge reguliert. Die Blende funktioniert wie eine Art Sonnenblende. Ist diese geschlossen, kommt wenig Licht in die Kamera. Ist sie geöffnet, kann mehr Licht hineingelangen. Eine kleine Blendenzahl entspricht einer weiten Öffnung, eine große Blendenzahl einem engen Verschluss.

Logischerweise empfehlen sich kleinen Blenden-Werte für düstere Szenen. Wenn die Motive gut ausgeleuchtet sind, werden große Blenden-Werte bessere Dienste leisten. Die gängigsten Blendenwerte liegen zwischen f/1.8 bis f/11. Bei der Wahl des passenden Blendenwerts muss auch die Beschaffenheit und Lichtechtheit des Objekts berücksichtigt werden. Die Blendenzahl hat auch Einfluss auf die Tiefenschärfe.

Belichtungszeit

Mit der Einstellung der Belichtungszeit wird entschieden, wie lange der Verschluss der Kamera geöffnet ist und Licht auf den Sensor lässt. Je länger der Verschlussdeckel in der Kamera zurückgeklappt bleibt, desto größer ist die einfallende Lichtmenge. Doch sie dient nicht nur der Beeinflussung der Bildhelligkeit.

Es sollte auch beachtet werden, dass mit der Dauer der Belichtung auch die Gefahr der Verwackelung steigt. Deshalb kann bei höheren Belichtungszeiten der Einsatz eines Stativs erforderlich werden. Dies gilt insbesondere, wenn die Objekte der Begierde sich bewegen. Belichtungszeit, Blende und ISO-Werte müssen aufeinander abgestimmt werden.

Magie der Fotografie

Egal ob als Hobby oder für professionelle Zwecke: Die Fotografie ist eine der vielseitigsten und befriedigendsten kreativen Tätigkeitsbereiche. Die Fotografie ist so vielfältig. Sie kann beispielsweise poetisch und romantisch sein und dabei helfen, das Besondere im Alltäglichen sichtbar machen. Natürlich ist Fotografie auch ein unschlagbares Mittel, um einfach nur die Schönheit der Natur festhalten.

Andererseits kann Fotografie im dokumentarischen Bereich genutzt werden und die Dinge so zeigen, wie sie wirklich sind. Fotos können Gefühle und Erinnerungen bestimmter Momente in ihrer gesamten Tiefe bannen. Der Prozess des Fotografierens selbst kann viel Freude bereiten: Vorfreude während der Suche und Entdeckung der Motive, Spaß und Zufriedenheit bei der Ablichtung und natürlich während der Betrachtung der kostbaren Fotos.

Kreativität und Technik

Einerseits braucht Kreativität sicherlich ihre Freiräume. Der Geist muss sich frei entfalten können. Bei der Fotografie könnte ein zu streng reguliertes schematisches Vorgehen sich viel zu leicht hemmend auf die Inspiration auswirken. Andererseits kann Improvisation nur dann effektiv sein und überzeugende Ergebnisse liefern, wenn man als Kreativer nicht durch Hindernisse technischer oder praktischer Natur ausgebremst wird. Im Grunde genommen ist die Beherrschung der Technik, besonders im Bereich der Fotografie, sogar eine Grundvoraussetzung für den Erfolg.

Ohne die technische Kontrolle wird sich ein Ausdruck der eigenen Kreativität auf Dauer als schwierig erweisen. Denn Kunst wird nicht produziert – sie will befreit werden. Als Künstler kann man nur versuchen, ihr dabei zu helfen. Deshalb ist der beste Rat, den man Fotografie-Anfängern geben kann, so viel und so häufig zu üben wie nur möglich. Dadurch wird die Bedeutung der Technik nach einer Weile in den Hintergrund treten. Dann kann man kreativ sein, ohne ständig über Iso- und Blenden-Einstellungen sowie Belichtungszeiten nachzudenken.

Mit der Fotografie leben

Um dieses Level leichter erreichen zu können, empfiehlt es sich, seine Kamera zu seinem ständigen Begleiter zu machen. So schlägt man mehrere Fliegen mit einer Klappe. Man trainiert die Flexibilität im Umgang mit der Kamera. Denn jeder neue Ort birgt nicht nur ein Vielzahl neuer Motive, sondern gleichzeitig werden dort je nach Tageszeit oder Lichtsituation auch neue Bedingungen vorherrschen, die es zu meistern gilt. Außerdem kann man sein Kamera bei seinen Ausflügen als Skizzenwerkzeug verwenden. Natürlich ist es nicht erforderlich, immer seine teuerste Kamera mit sich herumzutragen. Doch meist ist jeder passionierte Fotograf sowieso im Besitz mehrerer Kameras.

Technik ist ein Hilfsmittel

Man muss sich nicht die neueste und beste Kameraausrüstung anschaffen. Um dies zu verstehen, muss man sich nur vor Augen halten, dass gute Fotos auch schon vor dem Aufkommen des digitalen Zeitalters erschaffen wurden. Ein gutes Foto wird nicht dadurch gut, dass es mit einer teuren Kamera eingefangen wurde. In den meisten Fällen entsteht es durch die intensive Auseinandersetzung des Fotografen mit dem Motiv. Sogar bei Schnappschüssen gilt diese Regel. Technik kann die Arbeit zwar erheblich erleichtern. Aber der Ausdruck des Fotos kommt durch das Zusammenspiel der Motivwahl, der Bestimmung des richtigen Moments sowie der Optimierung der technischen Elemente zusammen.