Die Blaue Stunde

Ein Begriff, den jeder Fotograf kennen sollte, ist die Blaue Stunde. Sie bezeichnet eine bestimmte zeitliche Periode eines jeden Tageszyklus. Während dieser Zeit herrschen sehr spezifische Lichtverhältnisse, die den Motiven eine besondere Aura verliehen. Die Blaue Stunde besteht, nachdem die Sonne soeben untergegangen ist oder kurz bevor sie wieder am Horizont hervortritt.

Das Licht der Blauen Stunde taucht die Umgebung in ein gedämpftes, kühles blaues Licht. Dabei wird der Himmel meist mit einem noch intensiveren Blauton eingefärbt. Im Grunde verstärken sich die beiden Effekte sogar. Eine häufige Begleiterscheinung der Blauen Stunde ist zudem ein kontrastierender, noch hellerer Lichtstreifen nahe des Horizonts. Bei guter Wetterlage hat dieser oft eine warme gelbe und orange bis pfirsichfarbene Tönung.

Diesen natürlichen Effekt kann man sich als Fotograf hervorragend zunutze machen. Er eignet sich beispielsweise ideal für Landschaftsaufnahmen aller Art. Regionen und Orten, die bei Tag eigentlich recht gewöhnlich aussehen, kann man in der Zeit der Blauen Stunde ohne weiteres Zutun einen subtilen Charme verleihen. Auf die Weise lassen sich auch sehr eindrucksvolle Aufnahmen von hell-erleuchteten Stadtszenarien erzeugen. Natürlich wirken auch Porträts, die in der Blauen Stunde fotografiert werden, um einiges schöner.

Der häufigste Fehler junger Fotografen: Übertreibung

Fotografie ist zwar keine Raketentechnologie. Aber als kinderleicht kann man sie auch nicht bezeichnen. Tatsächlich sind sogar die wenigsten Profis davor gefeit, dass ihnen hin und wieder kleine Fehler unterlaufen. Vermutlich hängt das damit zusammen, dass es für viele bei der ernsthaften Fotografie um mehr geht als das reine Drücken des Auslösers im richtigen Moment. Und viele setzen sich auch selbst unter Druck, weil sie versuchen, auf Teufel komm raus Originalität zu erzeugen.

Dies geschieht dank der Möglichkeiten der heutigen Technologie leider fast regelmäßig. Viele haben es sich zu eigen gemacht, sämtliche ihrer Fotos in der Nachbearbeitung in Photoshop und anderen Überarbeitungsprogrammen einer Schönheitskur zu unterziehen. Das Resultat sind Fotos, die nur so vor Effekten strotzen und eigentlich nur noch leicht an die Szenen erinnern, in denen sie aufgenommen wurden. Man kann jedem Fotografen nur wärmstens empfehlen, seine Korrekturen auf rein technische Aspekte zu beschränken, weil sie sonst Gefahr laufen, künstlich zu wirken.

Dies kann besonders fatal wirken, wenn es sich bei den Fotografien um Porträts handelt. Denn häufig erkennen sich die abgelichteten Personen nach der Retusche selbst kaum wieder. Natürlich sind Effekte legitime Mittel der Kreativität. Aber wenn die verwendeten Effekte sich auch den durchschnittlichen Betrachtern nicht erschließen, sind sie wahrscheinlich übertrieben. Daher gilt: Weniger ist mehr.