Die Bereiche der Fotografie

Die Fotografie ist ein unglaublich weites Feld und lässt sich in eine Vielzahl verschiedener Unterbereiche einteilen. Und natürlich ist man als Hobbyfotograf nicht unbedingt dazu gezwungen, sich auf einen der gängigen Bereiche festzulegen. Schließlich ist es sogar bei den Profi-Fotografen nicht unüblich, sich in mehreren der Genres zu betätigen.

Allgemein empfiehlt es sich, sich zu zunächst zu orientieren und auf einige der unzähligen Felder zu konzentrieren. Denn wie bei vielen anderen kreativen Tätigkeiten wird einem die Fotografie auf lange Sicht am meisten Freude bringen, wenn man sich in seiner Nische zu Hause fühlt und in ihr aufgehen kann. Dies sind die wesentlichen Hauptbereiche der Fotografie:

Porträtfotografie

Sie gilt als eine der anspruchsvollsten Disziplinen. Die Fotografen müssen sowohl die Technik beherrschen als auch über das nötige Einfühlungsvermögen verfügen. Ein Gefühl für Ästhetik ist genauso wichtig wie die Fähigkeit zu kommunizieren und gewisse Qualifikation im Umgang mit Menschen. Typische Unterbereiche sind die Aktfotografie oder die allgemeine Porträtfotografie, zu der auch die professionelle Bewerbungsfotografie zählt.

Naturfotografie

Neben dem fotografischen Know-how gehören Geduld und Ausdauer zu den wichtigsten Tugenden der Naturfotografen. Ein Naturfotograf sollte sich auch nicht vor den potenziellen Widrigkeiten der natürlichen Umgebungen oder der Witterung scheuen. Viele Motiven dieses Genres sind nur realisierbar, wenn der Fotograf sich den vorherrschenden Bedingungen anpasst. Dieser spannende Bereich wird von der Landschaftsfotografie sowie der Tier- und Wildtierfotogafie dominiert.

Objektfotografie

Man sollte die Arbeit der Objektfotografen nicht unterschätzen. Diese können sich zwar weitestgehend unbeeinflusst von den Unvorhersehbarkeiten und Eigenarten der Menschen, Tiere oder der Natur auf ihre Sache konzentrieren. Aber auch das Ablichten von Arrangements oder dreidimensionalen Gegenständen sowie Räumen stellt häufig eine große Herausforderung dar. Die Arbeitsbereiche der Architekturfotografie, der Immobilienfotografie sowie der Produktfotografie gehören ebenfalls in dieses Feld.

Die Grundeinstellungen der Kamera

Natürlich hat es seit dem Ende des 19. Jahrhunderts im Zuge der Industrialisierung sehr viele technische Verbesserungen gegeben, die das Fotografieren erheblich einfacher machen. Aber die essenziellen Elemente der Fotografie haben sich im Wesentlichen nicht verändert. Die Grundlagen, die jeder Fotograf beherrschen sollte, werden immer noch durch das berühmte Belichtungs-Dreieck gebildet: Blende, Verschlusszeit und ISO.

ISO

Die ISO-Einstellung ist eine Möglichkeit, die Lichtempfindlichkeit der Kamera zu regulieren. Die heute gängige digitale Methode ähnelt der Technik der analogen Fotografie. Schon bei den ersten Kameras entstanden die Abbildung auf den Negativen dadurch, dass die fotosensiblen Substanzen in den Filmmaterialien auf das einfallende Licht reagierten. Bei den digitalen Kameras haben die lichtempfindlichen Sensoren den Platz des Filmmaterials eingenommen.

Die Einstellungen und Parameter sind jedoch gleichgeblieben. Die Wahl der ISO-Zahl spiegelt die Lichtempfindlichkeit wider und sollte zu den vorhandenen Lichtverhältnissen passen. Gängige ISO-Werte liegen etwa im Bereich zwischen 100 und 3200. Die niedrigen Werte eignen sich für gut ausgeleuchteten Situationen und die höheren sind in erster Linie für dunkle Verhältnisse gedacht. Für gewöhnlich weisen Abbildungen mit höheren ISO-Werten eine gröbere Körnigkeit auf.

Blende

Die Wahl der Blende wird in der Regel zusammen mit der Verschlusszeit an den ISO-Wert angepasst. Mit dem Blendenwert wird die auf den Sensor treffende Lichtmenge reguliert. Die Blende funktioniert wie eine Art Sonnenblende. Ist diese geschlossen, kommt wenig Licht in die Kamera. Ist sie geöffnet, kann mehr Licht hineingelangen. Eine kleine Blendenzahl entspricht einer weiten Öffnung, eine große Blendenzahl einem engen Verschluss.

Logischerweise empfehlen sich kleinen Blenden-Werte für düstere Szenen. Wenn die Motive gut ausgeleuchtet sind, werden große Blenden-Werte bessere Dienste leisten. Die gängigsten Blendenwerte liegen zwischen f/1.8 bis f/11. Bei der Wahl des passenden Blendenwerts muss auch die Beschaffenheit und Lichtechtheit des Objekts berücksichtigt werden. Die Blendenzahl hat auch Einfluss auf die Tiefenschärfe.

Belichtungszeit

Mit der Einstellung der Belichtungszeit wird entschieden, wie lange der Verschluss der Kamera geöffnet ist und Licht auf den Sensor lässt. Je länger der Verschlussdeckel in der Kamera zurückgeklappt bleibt, desto größer ist die einfallende Lichtmenge. Doch sie dient nicht nur der Beeinflussung der Bildhelligkeit.

Es sollte auch beachtet werden, dass mit der Dauer der Belichtung auch die Gefahr der Verwackelung steigt. Deshalb kann bei höheren Belichtungszeiten der Einsatz eines Stativs erforderlich werden. Dies gilt insbesondere, wenn die Objekte der Begierde sich bewegen. Belichtungszeit, Blende und ISO-Werte müssen aufeinander abgestimmt werden.

Magie der Fotografie

Egal ob als Hobby oder für professionelle Zwecke: Die Fotografie ist eine der vielseitigsten und befriedigendsten kreativen Tätigkeitsbereiche. Die Fotografie ist so vielfältig. Sie kann beispielsweise poetisch und romantisch sein und dabei helfen, das Besondere im Alltäglichen sichtbar machen. Natürlich ist Fotografie auch ein unschlagbares Mittel, um einfach nur die Schönheit der Natur festhalten.

Andererseits kann Fotografie im dokumentarischen Bereich genutzt werden und die Dinge so zeigen, wie sie wirklich sind. Fotos können Gefühle und Erinnerungen bestimmter Momente in ihrer gesamten Tiefe bannen. Der Prozess des Fotografierens selbst kann viel Freude bereiten: Vorfreude während der Suche und Entdeckung der Motive, Spaß und Zufriedenheit bei der Ablichtung und natürlich während der Betrachtung der kostbaren Fotos.

Kreativität und Technik

Einerseits braucht Kreativität sicherlich ihre Freiräume. Der Geist muss sich frei entfalten können. Bei der Fotografie könnte ein zu streng reguliertes schematisches Vorgehen sich viel zu leicht hemmend auf die Inspiration auswirken. Andererseits kann Improvisation nur dann effektiv sein und überzeugende Ergebnisse liefern, wenn man als Kreativer nicht durch Hindernisse technischer oder praktischer Natur ausgebremst wird. Im Grunde genommen ist die Beherrschung der Technik, besonders im Bereich der Fotografie, sogar eine Grundvoraussetzung für den Erfolg.

Ohne die technische Kontrolle wird sich ein Ausdruck der eigenen Kreativität auf Dauer als schwierig erweisen. Denn Kunst wird nicht produziert – sie will befreit werden. Als Künstler kann man nur versuchen, ihr dabei zu helfen. Deshalb ist der beste Rat, den man Fotografie-Anfängern geben kann, so viel und so häufig zu üben wie nur möglich. Dadurch wird die Bedeutung der Technik nach einer Weile in den Hintergrund treten. Dann kann man kreativ sein, ohne ständig über Iso- und Blenden-Einstellungen sowie Belichtungszeiten nachzudenken.

Mit der Fotografie leben

Um dieses Level leichter erreichen zu können, empfiehlt es sich, seine Kamera zu seinem ständigen Begleiter zu machen. So schlägt man mehrere Fliegen mit einer Klappe. Man trainiert die Flexibilität im Umgang mit der Kamera. Denn jeder neue Ort birgt nicht nur ein Vielzahl neuer Motive, sondern gleichzeitig werden dort je nach Tageszeit oder Lichtsituation auch neue Bedingungen vorherrschen, die es zu meistern gilt. Außerdem kann man sein Kamera bei seinen Ausflügen als Skizzenwerkzeug verwenden. Natürlich ist es nicht erforderlich, immer seine teuerste Kamera mit sich herumzutragen. Doch meist ist jeder passionierte Fotograf sowieso im Besitz mehrerer Kameras.

Technik ist ein Hilfsmittel

Man muss sich nicht die neueste und beste Kameraausrüstung anschaffen. Um dies zu verstehen, muss man sich nur vor Augen halten, dass gute Fotos auch schon vor dem Aufkommen des digitalen Zeitalters erschaffen wurden. Ein gutes Foto wird nicht dadurch gut, dass es mit einer teuren Kamera eingefangen wurde. In den meisten Fällen entsteht es durch die intensive Auseinandersetzung des Fotografen mit dem Motiv. Sogar bei Schnappschüssen gilt diese Regel. Technik kann die Arbeit zwar erheblich erleichtern. Aber der Ausdruck des Fotos kommt durch das Zusammenspiel der Motivwahl, der Bestimmung des richtigen Moments sowie der Optimierung der technischen Elemente zusammen.